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Hells Headbangers Records

BLOOD FEAST – The Future State Of Wicked

Dass ich das noch erleben darf! Eines der amerikanischen Urgesteine ist nach Jahren der Stille zurück, wobei Blood Feast seinerzeit mit "Kill For Pleasure" in meinen Augen eines der besten Thrash Metal Alben überhaupt eingedroschen hatten. Das ist mittlerweile unglaubliche 30 (!) Jahre her und veränderte meine Musikwelt damals mit einem Schlag. Aber wenn diese Vergangenheit plötzlich wieder zum Leben erwacht, so kommt ganz schnell die bange Frage auf, ob man denn überhaupt an diese Zeit anschließen kann. Eine Sache, der ich mich jetzt hier und jetzt stellen werde. Also was das Artwork betrifft, so passt dieses hervorragend in den Katalog der Truppe, die ihr drittes Vollwerk damit in den gewohnten Farben taucht und somit nahtlos der optischen Umsetzung treu bleibt. Ernüchterung kommt hingegen schnell auf, wenn man als Hörer der ersten Stunde mit dem Opener konfrontiert wird, der doch merkliche Änderungen aufwirft. Was zuerst auffällt, ist die Artikulierung, die zwar bissig und wütend klingt, aber in keinster Art und Weise die einstige Räudigkeit birgt, die enormen Wiedererkennungswert hatte. Auf "The Future State Of Wicked" erinnert mich diese Sache hin und wieder vielmehr an den Sektor, wo eine gewisse Hardcore Attitude agiert. Was die stilistische Basis angeht, so regiert agiler Thrash Metal das Geschehen, dessen moderne Produktion allerdings auch nicht die Durchschlagskraft der alten Tage erreicht. Vielmehr reiht man sich mit diesem Album in die Reihe zahlreicher Thrash Releases' ein, die im Mittelmaß zu finden sind und aufgrund gesteckter Grenzen nicht wirklich aus sich herauskommen.

Veränderungen sind sicherlich gut und wichtig, aber wenn man sich so weit von den einstigen Roots entfernt hat, dann könnte man ebenso über eine Namensänderung nachdenken. Nicht falsch verstehen. "The Future State Of Wicked" ist fraglos ein bissiges Thrash Ungetüm, aber in diesem Fall kommt es einfach darauf an, ab welchem Zeitpunkt man Blood Feast kennenlernt. Der einstige Spirit ist leider komplett verloren gegangen, weshalb dieses Werk nicht die damalige Klasse wiedergeben kann und kaum den Kult bestätigen dürfte, welcher einst Blood Feast umgab. Als Hörer der ersten Stunde ist "The Future State Of Wicked" eigentlich schon fast als Enttäuschung zu benennen und manchmal ist es eben doch besser, die alten Zeiten ruhen zu lassen. Schade.

Artikelbild Copyright: Hells Headbangers Records

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3 Antworten

  1. find ich nicht ... hör dir mal INRI an und lüg nicht
    • Hä? Wieso lügen? Und INRI hab ich logischerweise gehört...
  2. Kann mich dem Review anschließen. Artwork passt perfekt zu Blood Feast, vorher Blood Lust. Der Sound könnte mehr Dampf vertragen und der Gesang verliert sich zu oft in hysterischem Gekeife statt zu sitzen. INRI ist kein schlechter Song, abe kein Vergleich zu einem opener wie Menacing Thunder. Und Gary Markovitch fehlt einfach.

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