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SCHATTENSPIEL – R/Evolution

Wenn man den musikalischen Werdegang von Schattenspiel begutachtet, so wird man mit allerlei starken Werken konfrontiert, von denen einige bereits beim Raben-Report Vorgänger NecroWeb ihre Beachtung fanden. Um so erfreuter war ich, als mich Sven Phalanxs kontaktierte, da ich Schattenspiel ehrlich gesagt leider irgendwie aus den Augen verloren habe. Natürlich schwebt da immer etwas die bange Frage in der Luft, ob dieses hohe Niveau mit der Zeit noch gehalten werden kann. Kann es! "R/Evolution" birgt eine Symbiose aus der Neoklassik, leichtem Bezug zum Martialischem und dezenten Ambientflächen. Und es gibt verdammt noch mal wieder sehr viel zu entdecken, versteht man es doch ein vorbildliches Wechselspiel aus ruhigen und lebendigen Passagen zu kreieren. Dabei hat das Werk eine Art von erzählerischem Charakter inne, wobei die deutsche Sprache schön zur Geltung kommt und vor allem sehr gut verständlich ist. Wenn man sich den lyrischen Aspekt zur Hand nimmt, so findet man darin Dinge wie Nachdenklichkeit, Manipulation, aber irgendwie liegt da zudem beständig ein Schleier der Betrübtheit in der Luft. Was hält die Zukunft bereit? Eine Frage, die nicht wirklich positiv scheint, zumal das Individuum Mensch vorrangig auf Dummheit und Ausbeutung jeglicher Art agiert. Auch bei Schattenspiel hat man sich diesbezüglich scheinbar seine Gedanken gemacht, "LetzteVision" und "Nacht" vermitteln diesbezüglich zumindest auf mich jenen Eindruck. Ein positiver Fakt, dem man Schattenspiel zusprechen muss, sind die beständig gelungenen Kooperationen mit anderen Musikern. Auch hier ist dies der Fall und der Einfluss der mitwirkenden Musiker ist mitunter recht stark, und wer diesbezüglich auf dem Laufenden ist, der dürfte unschwer Projekte wie Ante Bellum und Barbarossa Umtrunk erkennen, aber auch Langemarck oder Verney 1826 sind hier mit am Start. Absolut hervorhabenswert ist das fantastische "Dresden" (der wohl beste Track überhaupt, der von Langemarck gefertigt wurde), melancholisch und mit Atmosphäre vollgepumpt, so kann man sich an jener Vertonung kaum satthören. Ich bin begeistert, zumal hier auch keine 1:1 Umsetzung erfolgt, sondern vielmehr das eigene Können eingebettet wird und das daraus resultierende Klangergebnis ist einfach als super zu benennen. Auch "Ikarus" sollte man gehört haben, ein zweistimmig dargebotenes Stück, mit kräftigem Schlagwerk und abermals atmosphärisch bemerkenswerter Liedführung, ehe bei "Shadows Of The Past" abermals der melancholische Aspekt an Bedeutung gewinnt.

Genug Beispiele für starke Kompositionen sind also vorhanden und wer sich die Zeit nimmt, der wird hier viele Stunden verbringen, zumal man sich absolut treu geblieben ist und damit die Anhängerschaft ohne Zweifel verzücken wird. Wo Schattenspiel draufsteht, da ist auch Schattenspiel drin. Qualitativ nach wie vor auf ganz hohem Niveau, so ist diesmal das Label Lichterklang der Sieger, was vorliegende Publikation angeht - meine Empfehlung!

Artikelbild Copyright: Schattenspiel

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