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Soulseller Records

MANIPULATOR – Voidbound

Genaueres lässt sich über Manipulator kaum in Erfahrung bringen, außer dass die Band aus Frankreich stammt und für - wohl gerade in Bezug auf das Textliche - recht geheimnisvollen Death Metal steht. Leider gibt es auch diesbezüglich keine weiteren Angaben, wobei der Mantel des Schweigens aber nun auch nichts wirklich Neues innerhalb der Szene ist. Ob man deshalb interessanter ist, bleibt abzuwarten, denn letztendlich entscheidet die Musik. Und die kann sich in vorliegendem Fall zwar hören lassen, eine Offenbarung wird man jedoch nicht finden. Einzig vier neue Stücke sind hier vorhanden, und um diese Angelegenheit dennoch lohnenswert zu gestalten, packte man noch das "Unearthed"-Demo dazu. "Voidbound" klingt simpel, räudig und rumpelt entsprechend morbide aus der heimischen Anlage. Besonders die gruftigen Vocals lassen aufhorchen. Feine Gitarrenspiele brechen immer mal wieder hervor und auch in Sachen Geschwindigkeit schafft man es gelegentlich, ein bisschen zu pendeln. Rein stilistisch erinnert diese Angelegenheit des Öfteren an die frühen Tage, in denen sich ein feuchter Dreck um glattpolierte Produktionen und filigranes Tongut geschert wurde. Manipulator verdienen somit sicherlich keinen Ehrenpreis in unserer heutigen Gesellschaft, man klingt aber weit authentischer als eine Vielzahl von Kollegen aus der Black Metal Gilde. Dennoch hinterlässt das Werk bei mir den Eindruck, als sei es irgendwie einige Jahre zu spät auf den Markt gekommen. Die Zeiten, in denen Klassiker von ähnlichen Bands wie Acrostichon geschrieben wurden, sind leider schon lange vorbei. Neben dem eigenen Stoff ließ man es sich ebenso wenig nehmen, ein Stück von keiner geringeren Band als Darkthrone zu covern. Es handelt sich dabei um den Song "Cromlech", dessen Eigenvertonung aber so gut gelungen ist, dass man doch glatt Lust auf das Original bekommt. Das angefügte Demo "Unearthed" stammt hingegen aus dem Jahre 2009 und ist noch einen kleinen Zacken schärfer. Klangmäßig unterscheidet sich dies qualitativ kaum vom Vorangegangenen und stellt so gesehen eine gelungene Bereicherung für den Silberling dar.

Wer also auf rohen, simpel gestrickten Death Metal der alten Schule steht, für den könnte das hier Gebotene durchaus eine Empfehlung wert sein. Wer es hingegen filigraner und variabel mag, sollte vielleicht doch vorher Probe hören, denn auf Dauer genossen kann von Achtungspunkten und Langzeitmotivation kaum die Rede sein. Also ob der Mantel des Schweigens hier etwas bringt?

Artikelbild Copyright: Soulseller Records

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