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SCHATTENSPIEL & VERNEY 1826 – Secret Windows

Wie immer ist auch diesmal auf Schattenspiel und Verney 1826 Verlass, was überzeugende Tonkost angeht. Das wichtigste Merkmal wurde lobenderweise beibehalten, nämlich die enorme Vielseitigkeit, welche schon immer ein Garant für stundenlanges Schwelgen ist/war. Klavier, Glocken, Schlagwerk und variabler gefühlvoller Gesang sind da nur Beispiele, die zu interessanten Songaufbauten beitragen. Einer der Höhepunkte auf "Secret Windows" ist der sechste Track. Melodieführung und lyrischer Inhalt stellen in "Polarnacht" eine ungemein emotionale Basis, die einerseits schön, mich anderseits aber auch nachdenklich stimmt. Wer vielmehr die Sehnsucht nach einem Hauch von Dramatik verspürt, der darf sich das apokalyptisch anmutende "Whispering Shapes" zur Brust nehmen, welche mich aufgrund der zweistimmigen Umsetzung manchmal etwas an alte Ordo Equilibrio gemahnt. Ein akzentuiertes "Turn My Back" vermag sich ebenso schnell Gehör zu verschaffen wie der getragene Gesang bei "Adler", ehe das hoffnungsvolle wie auch fragende "Feder Im Spiel" erklingt. Schnell ist zu bemerken, hier gibt es verdammt viel zu entdecken, aber war es anders zu erwarten? Für mich nicht, obwohl ich in letzter Zeit Schattenspiel etwas vernachlässigt habe, wobei nun erneut das Interesse am Backkatalog aufflammt. Aber "Secret Windows" ist ebenso aktueller denn je, denn das den Musikern das Weltgeschehen nicht fremd ist, lässt sich schnell in Stücken wie dem Opener "The Breakup Of Fellowship" und "Katyn (Erinnerung II)" erkennen. Mit kräftiger Taktgebung und eingängiger Artikulierung glänzt "Moloch", lediglich "Die Tage Von Dobbertin" und "Father (Erinnerung I)" sind für meinen Geschmack irgendwie kraftlos ausgefallen. Wohlgemerkt ist dies jedoch Gebärmel auf hohem Niveau und lediglich meine persönliche Ansicht. Angemerkt sei noch, dass es sich hier zwar um eine Split handelt, eine Aufteilung beider Vertreter aber nicht gegeben ist. Sämtliche Stücke sind vielmehr in Kooperation entstanden, weshalb in jedem Track von Schattenspiel und Verney 1826 etwas beigesteuert wurde, eine gelungene Symbiose will ich meinen.

Fazit: Wer schon immer dem Schaffen beider Vertreter verfallen ist, der darf "Secret Windows" als Pflicht ansehen. Man ist sich seinem Stil absolut treu geblieben und schafft es abermals ohne Probleme ein weiteres starkes Werk zu präsentieren. Weiter so!

Artikelbild Copyright: Schattenspiel

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