Listenable Records

CRESCENT – The Order Of Amenti

Ich hör sie schon aufschreien und schimpfen, jene Jünger, die das zweite Album von Crescent vergöttern werden, wo abendländische Eingebungen mit agilen Death Metal verwoben werden. Klingt ja ganz gut und vielleicht auch interessant, ist aber keinesfalls etwas Neues. Und ganz ehrlich gesagt kam in mir beim ersten Kontakt eigentlich nur der Gedanke auf, bitte keine Kopie der mächtigen Nile anhören zu müssen. So ist es aber, nur dass Crescent tatsächlich aus Ägypten kommen, ebenso die Mythologie verarbeiten, vom Feeling aber trotzdem nicht Messlatte von Nile erreichen. Vielleicht liegt das aber auch nur daran, das man im Grunde genommen nämlich genau das bekommt, was man schon beim guten Artwork und Titelgebungen erwartet. Da hätte fraglos auch ein Knaller rauskommen können, aber bitte nicht auf jenen Pfaden, wo andere bereits mühsam ihre Akzente gesetzt und damit den wohlverdienten Status erreicht haben. Was spricht nun eigentlich für "The Order Of Amenti"? Das Teil ist aggressiv, druckvoll und wirft im weiteren Verlauf so manch scharfe Gitarrenwand auf, was ein Stück wie "Sons Of Monthu" natürlich aufwertet. Produktion und Artwork flankieren dabei ein gutes Gesamtbild, wo jedoch anderseits die eigene Note etwas zu kurz kommt. Und was spricht weniger für "The Order Of Amenti"? Mir sagt nicht wirklich die Tatsache zu, das die Burschen von Crescent mitunter mächtig in die Kleisterkiste greifen, was sich schon mit dem Opener abzeichnet, und man zudem permanent den Eindruck vermittelt bekommt, hier hinlänglich bekannte Aufbauten vorgesetzt zu bekommen. Und mir ist es ehrlich gesagt auch ziemlich egal, wie andere darüber denken, aber ich brauche und will keine Nile Kopie, selbst wenn das Zeug ordentlich ballert. So viel zu "The Order Of Amenti".

Artikelbild Copyright: Listenable Records

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