Relapse Records

GENERAL SURGERY – Necrology (Re-Release)

Man schrieb das Jahr 1991, als "Necrology" erstmals auf die Menschheit losgelassen wurde und für Staunen sorgte. Wer dieses Stück Vinyl, so wie ich, seinerzeit in die Hände bekam, der konnte sich absolut sicher sein, einen wahren Schatz des derben Grindcore geborgen zu haben. Obwohl Grindcore den Nagel nicht so recht auf den Kopf trifft, wurde der Band doch aufgrund kranker Texte und entsprechender Umsetzung der Begriff 'Pathologen-Grind' eher gerecht. Die Pionierarbeit, die einst die Götter von Carcass leisteten, fand in dieser fulminanten Holzfällertruppe ihre Fortsetzung und zählt selbst heute noch zu den wahren Meilensteinen im Gore-Sektor. Relapse Records sehen das wohl glücklicherweise genauso und haben eben jenen Klassiker wieder ausgegraben und neu aufgelegt. Unwissenden sei schon jetzt gesagt, dass hier gutturalste Auswüchse auf ihren Einsatz warten und jedem Weichei ein Schleudertrauma verpassen. Textlich zu verstehen gibt es da nicht viel, macht aber nichts. Es ist schlicht und einfach eine wahre Wonne, dem Tier von Sänger dabei zu lauschen, wie jener sich das Letzte aus dem Zwerchfell presst und die erdigen Gitarren sägen als gäbe es kein Morgen mehr. Es wird geschmatzt und gekotzt und nicht viele Bands der damals noch recht jungen, dafür aber umso ungestümeren Szene haben das Potenzial gehabt, den Schweden das Wasser zu reichen.

Sieben Mal feinster Pathologen-Grind erwartet den Hörer hier, doch damit nicht genug. Relapse lassen sich nicht lumpen und packen sogleich das komplette "Pestisferous Anthropophagia"-Demo mit drauf, das entsprechend kernig, roh und wild aus den Boxen poltert. Auch wenn der Sound da etwas anders ist, so passen sich diese Wutbatzen amtlich in das Gesamtbild ein und das wortwörtliche Abkotzen ist von meiner Seite her garantiert! Was bleibt, ist ein ungemein intensives Gewitter, welches mit grandiosen Kalibern wie "Grotesque Laceration Of Mortified Flesh" oder "The Succulent Aftermath Of A Subdural Haemmorhage" eindrucksvoll einzuschlagen vermag. Die letzten Worte, die zu sagen sind, wären: Wer "Necrology" nicht sein Eigen nennt, der verpasst Musikgeschichte. Dieses abartig fiese Werk verdient Goldstatus und ist und bleibt einfach Kult!

Artikelbild Copyright: Relapse Records

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