MANARA WERKSAUSGABE BAND 17: DER GOLDENE ESEL – PANDORAS AUGEN

Der Italiener Milo Manara gilt vollkommen zu Recht als einer der Großmeister des erotischen Comics, der in der Vergangenheit bereits mit verschiedenen bekannten Künstlern und Autoren, wie Hugo Pratt, Federico Fellini, Luc Besson und Alejandro Jodorowsky in Form unterschiedlicher Projekte, darunter auch aufwändige Comicalben, zusammenarbeitete. Der Panini Verlag widmet dem außergewöhnlichen Künstler seit einigen Jahren hochwertige Comicbände, die Manara`s Werke in einer herrlichen Kollektion vereinen. Im mittlerweile 17. Band finden wir zwei inhaltlich absolut unterschiedliche Geschichten vor, deren Gemeinsamkeiten aber nicht nur in der Darstellung prickelnder Erotik, sondern auch in fantastischen Bildern und hohem Unterhaltungswert bestehen. Na, dann werfen wir doch sogleich mal einen Blick hinein:

“Der Goldene Esel“

Handlung

In “Der Goldene Esel“ begibt sich Milo Manara auf die Spuren antiker Meister und erweckt den Roman (dieser wurde im Original unter dem Titel “Metamorphosen“ veröffentlicht, später wurde das Werk auch direkt als “Der Goldene Esel“  bezeichnet) von Apuleius, einem Schriftsteller, Redner und Philosophen, der im 2. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung lebte, in wunderschönen Bildern zu neuem Leben. In dieser für die antiken Erzählungen sehr typischen Fabel, erleben wir die schreckliche Odyssey des jungen Lucius, der sich aus Lust und Neugier dazu hinreißen lies die magische Salbe einer Hexe aufzutragen, um zum Vogel zu werden. Doch anstatt den Traum vieler Menschen nachzuleben und frei über den Wolken zu schweben, verwandelt sich der naive Lucius in einen Esel und erlebt fortan die Qualen, die ein solches Lasttier in der dekadenten römischen Gesellschaft so zu durchleiden hatte. Doch ermöglicht ihm diese neue Gestalt auch ganz andere Sichtweisen auf die Dinge, die sich ihm in menschlicher Gestalt niemals erschlossen hätten…

 Meinung

Optisch präsentiert sich Manara’s Version von “Der Goldene Esel“ als wahrer Hochgenuss, der den Inhalt des antiken Schriftwerkes hervorragend umsetzt. Und dabei platziert Manara natürlich auch seine gewohnt hocherotische Note, die hier gar passend zum Inhalt des Werkes sogar auch mal sodomitische Züge annimmt, was perfekt zur Inszenierung und Verdeutlichung so mancher extremen Spielart der vollkommen entarteten römischen Gesellschaft passt. Manaras Darstellung der Frauen ist ohnehin bemerkenswert und ein echter Augenschmaus, die sich in jeder Szene neu zu erfinden scheint und somit nie auch nur einen Hauch an seiner Faszination verliert. Interessant ist auch die Farbgebung in hellen Pastelltönen, die der Geschichte zusätzlich die passende Atmosphäre verleiht. Ganz große Comickunst!

“Pandoras Augen“

Handlung

Eine vollkommen andere Geschichte stellt “Pandoras Augen“ vom Comicautor Vincenzo Cerami in diesem Comicalbum dar, welches einen Kriminalthriller, mit einer liebreizenden, in perfekten Kurven präsentierten, Protagonistin namens Pandora, darstellt. Der Name, der sich auf die gleichnamige Dame mit der unheilvollen Kiste aus der griechischen Mythologie bezieht, stammt nicht von ungefähr, sondern stellt ein gefahrvolles Omen im Erbgut der Hauptfigur der Geschichte dar, die eines Tages unvermittelt in die Türkei entführt wird, um dort ihren angeblichen, wahren Vater, einen gefürchteten Verbrecherkönig, zu treffen.

Meinung

Spannung, brillant inszenierte Actionsequenzen, hervorragende Twists und erneut eine gehörige Portion glühender Erotik bilden die Grundpfeiler dieses Comicwerks, bei dessen Kolorierung der Künstler Manara nachträgliche (der Comic erschien im Original in Schwarz/Weiß) Unterstützung von Francesco Gaston erhielt, der dem Werk einen ebenfalls sehr gelungenen, an klassische Comicveröffentlichungen erinnernden, Look in stimmigen Farbtönen spendiert. Der Comic erinnert in seiner rasanten Inszenierung direkt an einen Film. Auch “Pandoras Augen“ bleibt dem Leser somit aus mehr als einem Grund im Gedächtnis.

Veröffentlichung

Die “Manara Werkausgabe 17: Der Goldene Esel – Pandoras Augen“ ist ein hochwertiger Comicband (Höhe ca. 29,5 cm; Breite: ca. 22,1 cm) im Hardcover, mit einem schön illustrierten Schutzumschlag (wobei sich auch ein Blick darunter lohnt! ?). Die 132 Seiten des Werkes weisen eine gute Druck- und Papierqualität auf. Im Vorwort finden wir diverse Infos zu den Comicgeschichten, sowie deren Entstehung. Im Anhang findet sich zudem noch eine exzellente, erotische Pin-Up Galerie des Großmeisters des erotischen Comics.

Fazit

Die “Manara Werkausgabe 17: Der Goldene Esel – Pandoras Augen“ vereint zwei Meisterwerke Milo Manaras, die im Gegensatz zum Vorgängerband “Manara Werkausgabe 16: Mann Aus Papier - Der Schneemensch - Flucht Von Piranesi“ auch wirklich zeigen, warum der Italienische Comickünstler zu den größten seiner Zunft zählt. Beide Geschichten, so unterschiedlich sie auch sein mögen, brillieren in einer Inszenierung, die nur ein wahrer Meister des Mediums der neunten Kunst zu Stande bringen kann und erhalten durch Manaras grandiose erotische Komponente nicht nur ein weiteres prickelndes Element, sondern überhaupt erst dessen einmalige Signatur.

Tolle Eindrücke zu Milo Manaras Werken findet ihr auf seiner Homepage.

Verlag/ Label: Panini Verlag
Autor: “Der Goldene Esel“: Milo Manara (Vorlage von Apuleius); “Pandoras Augen“: Vincenzo Cerami
Veröffentlichung: 19.09.2017
Seitenzahl: 132
ISBN: 978-3741604560
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Webseite: https://www.paninishop.de/artikel/dmana017-manara-werksausgabe-17-goldene-esel-pandora
Webseite 2: Amazon
Webseite 3: http://www.milomanara.it
Copyright Artikelbild: Panini Verlags-GmbH; Milo Manara; Humanoids, Inc. 

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 9/10
    Intensität und Atmosphäre - 9/10
  • 9/10
    Grafische Ausarbeitung - 9/10
  • 8/10
    Charaktere - 8/10
  • 10/10
    Druckqualität und Haptik - 10/10
8.8/10

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