CONTUMACY – Revenge Of The Putrefaction

Es gibt ihn tatsächlich noch, den puren unverfälschten Untergrund! Eine vorbildliche Lehrstunde gibt es diesbezüglich nun von Franco Noriega, über dessen cooles Contumacy Album ich dieser Tage stolperte, und der mich mit "Revenge Of The Putrefaction" in eine Zeit katapultierte, in der heutige sogenannte Szenegrößen noch in den Windeln lagen. Contumacy stammt aus Peru, da ist ein gewisser Exotenstatus zwar vorprogrammiert, soll aber beileibe nicht verlauten, allein deshalb gibt es die Besprechung. Was für das Album spricht? Punkt 1: Mit Contumacy zeigt man Eier und agiert roh und dennoch druckvoll. Punkt 2: Die räudige Artikulierung wurde hier mit Hall unterlegt, was enorm Schmackes einbringt. Punkt 3: Zeit spielt in diesem Fall keine Rolle, speit man doch vielmehr der hochgelobten Moderne ins Gesicht und hebt sich damit wirklich wohltuend von glatt polierten Zeug der aktuellen Tage ab. Das Tolle daran ist, dass der Musiker es (vielleicht aber auch gerade deshalb) mal so ganz locker schafft, ein authentisches, untrendiges Stück Todesblei zu zelebrieren, an dessen morbider Aura sich heutige Helden mal eine Scheibe abschneiden können. Wildes Geknüppel gilt es nicht zu erwarten, pendelt man doch vielmehr im Midtempo, auch wenn Brecher vom Schlage "Journey Of Terror" schön lebendig rattern. Als eingängiger Mörser gibt sich hingegen "Ritual Of Beliefs", schwer und irgendwie markant, ehe "The Dark One" auch mit dezenten Trash Anleihen punktet.

Vielleicht sollte man sich wirklich wieder mehr dem Untergrund zuwenden, wo Ehrlichkeit und Überzeugung auch noch als eine Art Kodex angesehen werden können. Am Leben gehalten wird der Untergrund allein schon von der Tatsache, dass Bands wie eben auch Contumacy einfach noch den Biss haben und entsprechend hungrig sind. Wer mit dem überfluteten Markt und den unzähligen Projekten diverser Größen fertig ist, der sollte sich mal hier festkrallen, denn Death Metal sollte weder schön noch aufpoliert klingen, sondern unverfälscht und authentisch. Mit Contumacy hat man mich jedenfalls überzeugt, wobei der vorliegende Tonträger das bisherige Schaffen vereint (was man qualitativ natürlich hört) und garantiert seine Freunde finden wird.

Artikelbild Copyright: Ablaze Productions

  • 8/10
    Gesamtwertung - 8/10
8/10

Kommentare sind deaktiviert