ATOMINE ELEKTRINE – The Antikythera Mechanism

Es ist lange her, dass ich ein Werk von Atomine Elektrine begutachte habe, doch nun beehrt uns Peter Andersson endlich mit einer neuen Publikation, welche unter dem niederländischen Label Winter-Light ihren Vertrieb hat. Wer sich aufmerksam durch den Sektor der elektronischen Spielwiese bewegt, dem wird hier vielleicht der Titel irgendwie vertraut vorkommen- und richtig- "The Antikythera Mechanism" wurde nämlich auch kürzlich von Dahlia's Tear ("Across The Shiffting Abyss") abgehandelt. Was es damit genau auf sich hat, so verweise ich also diesbezüglich auf genanntes Review, und widme mich nun Atomine Elektrine. Der Kosmos in all seinen sichtbaren, unsichtbaren und bislang unerreichbaren Weiten ist seit jeher die Basis von diesem Projekt, nur das in diesem Fall bereits das schicke Artwork schon andeutet, dass astronomische Zusammenhänge auch kalendarisch gedeutet werden. Musikalisch versteht die der Musiker auf jeden Fall mal wieder vorbildlich zu bewerkstelligen, wobei ich feststellen muss, dass "The Antikythera Mechanism" am besten bei aufgedrehtem Regler funktioniert- viele Feinheiten und dezente Eingebungen verweben das Ganze nämlich zu einem überaus interessanten Soundtrack, der auch nebenbei sehr gut zu überzeugen weis. Spätestens bei "Metonic Spiral" fühlt man sich heimisch und spürt jene wohlige Aura, die zum Träumen lädt und sich wie ein Zuckerguss auf die Geschmacksnerven legt. Immer wieder treten diverse Electronica mehr oder weniger stark in das Geschehen ein, sorgen für schöne Atmoshäre und halten damit auf gewohnte Art und Weise die langen Stücke am Leben. Peter Andersson hat es sich scheinbar speziell bei Atomine Elektrine zur Aufgabe gemacht, die Stücke keinesfalls zu kurz zu gestalten, denn zur vollen Entfaltung bedarf es mitunter schon seiner Zeit. Aber das ist auch gut so, denn das Endresultat ist mal wieder prächtig ausgefallen, da die Stücke wie aus einem Guss scheinen, und sich im Laufe der Zeit zu einen Sog entwickeln, welcher genauso endlos tief scheint, wie die weiten undurchdringlichen Galaxien da draußen. Besonders genanntes "Metonic Spiral", "The Exeligmos Pointer" und "Epicylic Gearing" zeigen hier vorbildlich auf, wie man wohldosierten Eingebungen viel bewirken kann. Wer mit dem bisherigen Schaffen des Projektes vertraut ist, der kann unbedenklich zugreifen.

Artikelbild Copyright: Winter-Light

  • 8.5/10
    Gesamtwertung - 8.5/10
8.5/10

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