DOR – The Trial

Vitaly ist mit seinem Projekt DOR ebenfalls alles andere als ein träger Zeitgenosse, der nun bereits seine siebente Publikation präsentiert, die abermals ein Aufbegehren zeigt. Dabei scheint es fast, als das sich der Musiker hier langsam und behäbig ans Eingemachte macht, da der erste Abschnitt von recht ungewohnter Verhaltenheit geprägt ist, ehe mittels "Daddy Pig" der rhythmische Aspekt an Bedeutung gewinnt. Recht einfach aufgebaut, und trotzdem enorm markant, so gewinnt jenes Stück schon fast einen Ohrwurm-Preis, bis dann der harsche Anteil langsam aber sicher verstärkt in das Geschehen eingreift. Doch von lärmigen Power Electronics kann da keine Rede sein, denn die Entwicklung im Fall von DOR scheint in etwas verdaulichere Gefilde zu driften. Eine sehr Entwicklung, wie ich meine, wobei mich Vitaly's Projekt anderseits aber auch noch nie enttäuscht hat. Eine leicht experimentelle Seite offenbart dann das folgende "The Trial", welches man im Grunde genommen auch mehr als eine etwas unauffällige Geräuschkulisse umschreiben kann. Strukturiert geht es weiter, ehe man mit "Crud" auch mal kräftige Electronica ins Rennen wirft, was in vorliegender Sache bislang ehr weniger geschah.

Auch auf "The Trial" spielt die Sprache eine große Rolle, denn eine Vielzahl von Samples beziehungsweise gesprochenen Passagen prägen das Gesamtbild, was keinesfalls die Aura mindert. Vielmehr unterstreicht dies einen persönlichen Charakter. Die ukrainische Sprache ist dabei abermals ein gut gewähltes Mittel, bekommt "The Trial" doch damit einen recht eigenen Charme, weshalb dies auch in Zukunft unbedingt beibehalten werden sollte.

Vitaly geht hier mit seinem geistigen Kind seinen eigenen Weg weiter, und präsentiert mit der Nummer "The Scaffold" auch düstere Kost, eine interessante Seite des ukrainischen Projektes. Ganz in der Tradition vorangegangener Werke, so wird auch dieses Tondokument alle Freunde von DOR zufriedenstellen.

Artikelbild Copyright: DOR

  • 8/10
    Gesamtwertung - 8/10
8/10

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