ETERNAL ROT – Putridarium

Ein herrliches Artwork von Mark Riddick ziert "Putridarium", welches aufgrund seiner old school Aufmachung kaum treffender gewählt werden können, was zudem die stilistische Ausrichtung bei Eternal Rot betrifft. Von dem Demo abgesehen, so hauen die Briten nun ihr zweites Werk aus den Socken, dessen schnurpsig gutturale Artikulierung blendend ins Bild passt. Zwar gebären uns die Burschen in diesem Fall lediglich vier Auswürfe, bringen es damit aber immerhin auf über eine halbe Stunde. Wer es kurz und knackig mag, sollte sich aber nicht davon verschrecken lassen, dass bei Eternal Rot der Schnitt bei guten acht Minuten liegt, denn was dabei zum Vorschein kommt, ist feiner Death Metal der alten Schule. Mit jenem ist man zweifelsfrei fest dem Untergrund verbunden, man riecht da förmlich den Eiter, der durch das Werk trieft, zumal mit dem Opener "Downward Among The Departed" erst einmal ein zähes fieses Biest lauert, ehe im folgendem "Serenity Through Maniacal Flagellation With Decomposing Limbs" die Daumenschrauben etwas intensiviert werden. Eternal Rot walzen hier alles Schöngeistige vor sich her und liefern ein wahrhaft fettes Brett ab, welches mich mitunter auch an längst verblichene Kellertruppen wie etwa Disembowel (NL) oder Disembowelment (AUS) gemahnt. Sicherlich könnte man diese Angelegenheit auch als einen Bastard aus Doom- und Death Metal anpreisen, denn es regiert trotz Intensität ein merklicher Grad an drückender Schwere (wobei man auch Famishgod benennen könnte). Diesen Spagat meistert man allerdings mit Bravour, denn mit den folgenden Walzen "Endless Stream Of Coffins" und "Descent Into Torment" bleibt man dem Terrain treu, und nietet alles um, was nicht schnellstens verschwindet.

"Putridarium" ist böse, dunkel, intensiv und hat verdammt viel Charme. Kein Wunder, dass mich das Ding auf Anhieb überzeugen konnte, zumal der Zahn der Zeit einer solchen Scheibe eigentlich kaum etwas anhaben kann. Das Level bleibt auf stets hohem Niveau, und wer sich mit dem Ding einmal infiziert hat, der wird es schwer haben, sich aus diesem Strudel zu befreien.

Also wenn die Typen hier so weitermachen, dann sollte man sich den Namen Eternal Rot unbedingt hinter die Rinde schreiben. Die Jungs haben Schneid und wissen genau was sie wollen- angepissten Todesblei, den Mittelfinger der Moderne entgegengestreckt und tödlicher Vollstrecker bei Kaffeefahrten. Im Ernst, das hier könnte mal was ganz Großes werden. Pflichtkauf!

Artikelbild Copyright: Godz Ov War Productions

  • 9/10
    Gesamtwertung - 9/10
9/10

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