VALEFOR – Ceremony Of The Ordeal

Kennt eigentlich jemand noch den Namen Michael W. Ford aka Nachttoter? Die Alben "Death Magick" und "Invokation Ov Forneus" sollten jedenfalls jedem Freund des gepflegten Industrial ein Begriff sein, welche Mitte der 90'er auf Death Factory beziehungsweise Memento Mori veröffentlicht wurden und irgendwo zwischen rituellen Ambient und dezenten Death Industrial angesiedelt waren. 2001 erschien noch "Graves Of Andras" und dann ward Schicht im Schacht. Doch Totgeglaubte leben ja bekannterweise länger, und so wurde nach guten 18 Jahren das vorliegende "Ceremony Of The Ordeal" ausgespien, wobei der Musiker Flankierung mittels Anaghra Temha erhält. Klar, das ist definititv eine Ansage, denn nach so langer Zeit kann man gespannt sein, was den aktuellen Stand bei Valefor angeht. Religion und Zauberei sind dabei das Augenmerk, wobei der Einstand mit "The Haunted Spells Of Yatudivah" schon recht düster beginnt. Aber wer sich mal den Backkatalog des Labels zu Gemüte führt, der wird vielleicht auch schon eine kleine Vorahnung erhalten, tummeln sich doch dort vorwiegend Konsorten, die im Schwarzstahl beheimatet sind. Und so verwundert es auch wenig, dass Valefor hier seine Flügel ausstreckt, die in Richtung Black Metal greifen, was ich persönlich aber nicht wirklich für gut befinde. Düstere Soundscapes passen einfach viel besser zu Valefor, was man ja schließlich auch auf "Ceremony Of The Ordeal" feststellen kann, allerdings nur in verhaltenen Grenzen.

Unzählige Bands und Projekte vergiften den Schwarzstahl Sektor weiterhin ungebremst, warum also muss man bei Valefor mit aller Macht auf ähnliche Elemente zurückgreifen? Nachttoter hätte vielmehr gut daran getan, an seine alten Werke anzuschließen, mit denen man sich auch eine feste Schiene einschießen konnte.

Valefor ist der Mut zu neuen Wegen sicherlich nicht abzustreiten, aber wenn die Entwicklung stark abdriftet, sodass Wiedererkennungswert fehlt und vielmehr ausgelutschte Pfade durchschritten werden, dann ist "Ceremony Of The Ordeal" eigentlich lediglich für Neulinge eine Probe wert. Mit dem alten Schaffen hat man hier nämlich nicht mehr viel gemeinsam. Schade.

Artikelbild Copyright: Valefor

  • Gesamtwertung
    4/10 Passably

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